20 Jahre spanische Tanzkultur in Köln

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Erstmals auf der Bühne des Alten Pfandhaus präsentieren Tomás Zybura und Mónica Vogel, was in 20 Jahren seit Gründung des Flamencozentrums „Contratiempo“ in Köln entstanden ist. In den Bühnenshows am 23. und 24. September treten über 100 Tänzer und Musiker auf, die den Flamenco in der Stadt zu dem gemacht haben, was er heute ist: eine große Kunst.

Das Staccato der Flamenco-Schuhe, klatschende Hände und wehende Röcke – kraftvoll und elegant. 20 Jahre „Contratiempo“ in Köln zeugen von virtuosen Rhythmen in zahlreichen Choreographien, von Trainings in klaren Körpersprachen sowie einer wahren Leidenschaft für den spanischen Flamencotanz. Die Schule hat sich zum größten Flamencozentrum in der Kölner Region entwickelt. Das erzählen das Contratiempo-Team und die Tänzerinnen und Tänzer eindrucksvoll in der neuen, zwei Stunden umfassenden, Flamenco-Vorführung zum runden Jubiläum.

Die Bühnenshow beginnt mit einer Gruppe Gestrandeter, die sich scheinbar ziellos im Raum bewegt. Eine Stimme erklingt, es ist der Rhythmus, der sie anzieht. Es folgt ein Gesang aus tiefster Seele. Martinete, ein „cante jondo“ , einer der ursprünglichsten Gesänge des Flamenco. Nach diesem Auftakt erwartet den Zuschauer das wohl bekannteste Bild des Flamencos: die „Feria“, das traditionelle Volksfest in Andalusien. Die Frauen tragen bunte opulente Kleider und schmücken sich mit Blumen, Tüchern und Fächern. Paso doble und Sevillanas gehören zu den klassischen Volkstänzen, die auch heute noch in andalusischen Dörfern und Städten getanzt werden.

Eine Welt voller Farben

Dass der Flamenco sich durch die Welt bewegt hat, wollen die Tänzerinnen mit der Columbiana zeigen, deren Einflüsse aus Südamerika noch sichtbar sind. „Genauso wie der Flamenco einer starken Tradition folgt, öffnet er sich der Welt“, erklärt Tomás Zybura. „Sowohl musikalisch als auch tänzerisch nimmt er kulturelle Einflüsse aus anderen Kulturen auf, sei es ein argentinischer Tango oder eine Siguiriya mit Jazz-Elementen oder die Gavotte, ein Musikstück von Bach.“

Flamenco in seinen Facetten

Contratiempo
Mónica Vogel und Tomás Zybura leiten das Flamencozentrum in Köln

Die Künstler zeigen an drei Veranstaltungsterminen ein facettenreiches Bild des Flamencos. „Wir möchten den Zuschauer auf eine Reise mitnehmen, die ihn die Tiefe des Flamenco-Gesangs fühlen lässt, die seine Sinne öffnet für die feine Melodie und den kraftvollen „Toque“ der Flamenco-Gitarre und die Kraft und Eleganz des Flamenco-Tanzes“, sagen die beiden Leiter des Flamencozentrums. Es sei eine Reise, die alle Emotionen spüren lässt: von tiefer Trauer bis hin zur fröhlichen Leichtigkeit. Auf die hohe Kunst nach 20 Jahren kann man sich auch im letzten Teil der Vorführung freuen: Fortgeschrittene Tänzer, die teils seit Beginn der Schule dabei sind, zeigen ihr Können in einer fröhlichen Alegria mit Bata (Schleppenrock) sowie dem Martinete, einer Urform des Flamencos, gespielt mit Kastagnetten.

Die Flamenco-Show im Alten Pfandhaus gestalten über 100 Künstler. Dazu gehören die Tänzerinnen und Tänzer von Contratiempo, die Kölner Flamenco-Gitarristen David Albert und Jerome Etscheid, der spanische Flamenco-Sänger David Morán sowie die Dozenten Katerina „La Greca“, Stephani Scholz, Silvia Povedano, Natalia Murariu sowie die beiden Leiter Tomás Zybura und Mónica Vogel.

 

20 Jahre Contratiempo

Samstag, 23. September 2017, 19.30 Uhr

Sonntag, 24.September 2017, 15.00 Uhr und 18.30 Uhr

Altes Pfandhaus, Kartäuserwall 20, 50678 Köln (nahe Chlodwigplatz). Kartenvorverkauf ab sofort direkt bei Contratiempo (Telefon: 0221 9403232, E-Mail: contratiempo@netcologne.de) oder im Flamencomode-Geschäft „Casa Flamenca“, Weyerstraße 100, 50676 Köln (nahe Barbarossaplatz). Ticketpreise: Sitzplatz 23 €, Schüler/Studenten 15 €, Stehplatz 15 €

 

Über Contratiempo – Flamencozentrum Köln

Die erste Kölner Flamencoschule wurde 1996 auf der Dürener Staße im Stadtteil Lindenthal gegründet. Durch professionellen Unterricht, eine klare Lehrmethode und ein engagiertes Netzwerk hat sich das Studio bis heute zu einem der führenden Flamencozentren in Deutschland entwickelt. Die Schule bietet an jedem Wochentag Flamencokurse. Das Angebot richtet sich an Anfänger bis professionelle Tänzer, die je nach tänzerischem Können individuell gefördert werden. Künstlerischer Leiter und Gründer ist Tomás Zybura, diplomierter Bühnentänzer am ‚Institut für Bühnentanz’ der Musikhochschule Köln. Feste Engagements als Tänzer führten ihn zur ‚Deutschen Oper am Rhein’, Düsseldorf, zum ‚Ballet Teatro Español’ und zum ‚Teatro de Danza Española’, Madrid. Seit 1990 arbeitet er als freier Flamencotänzer, Choreograph und Tanzpädagoge und hat seitdem in vielen Flamencoformationen, Theaterproduktionen und TV-Formaten mitgewirkt. „Mir als Kind des Rheinlandes war es sehr wichtig, das was ich in Spanien erlebt, getanzt und gefühlt habe hier weiter zu leben und den Menschen nahe zu bringen“, sagt er. Auf seinem Weg begleitete ihn die ersten zehn Jahre die Mitinhaberin und Tänzerin Cristina Haas. Durch einen beruflichen Wechsel ihres Mannes zog sie 2006 nach Zürich – blieb dem Flamenco aber treu. Seitdem leitet Mónica Vogel die Schule mit ihm, die seit Beginn im Studio ausgebildet wurde und auf zahlreiche Studienaufenthalte und Workshops bei bekannten Flamencogrößen zurückblicken kann.    

 

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