Wie finde ich einen Job, der zu mir passt?

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Die Frankfurter Beraterin und Buch-Autorin Dr. Vera Bloemer trifft täglich auf Menschen, die sich beruflich umorientieren möchten. Seit acht Jahren unterstützt sie diese bei Neuanfang und Karriere-Planung. Hier erklärt sie, worauf es bei ungeraden Lebensläufen und Patchwork-Karrieren ankommt.

 

Warum ist es heute so schwer, einen passenden Beruf zu finden?

 

Den Traumberuf zu finden war noch nie leicht. Allerdings gab man sich früher oft mit weniger zufrieden, da Arbeit nur dem Broterwerb diente. Heute haben die Menschen höhere Erwartungen an ihren Job. Einkommen und materielle Dinge zählen nicht mehr so viel, sondern Glück und Selbstverwirklichung. Männer sowie Frauen stellen sich häufiger die Sinnfrage. Dazu gehört neben dem Privatleben auch der Berufsalltag.

 

Gibt es heute mehr Brüche im Lebenslauf als früher?

 

Ja, definitiv. Die Zyklen, in denen der Job gewechselt wird, sind kürzer geworden. Viele arbeiten unter zunehmendem Druck. Manche Arbeitnehmer gehen freiwillig, andere fallen den Rationalisierungsprozessen und Umstrukturierungen der Unternehmen zum Opfer.

 

 

Warum hält sich das Ideal des geradlinigen Lebenslaufs bis heute?

 

Die Lebensläufe mit Ecken und Kanten sind nicht so leicht zu interpretieren. Sie sind zwar interessanter als geradlinige, viele Personaler können aber ein Sabbatical-Jahr oder andere kurzzeitige Jobs, die nicht direkt zur Stelle passen, nicht einordnen. Zudem fehlt ihnen der Mut, die oft selbstbewussten Jobwechsler zu integrieren. Da treffen schon mal Weltenbummler auf langjährige mit der Firma verwurzelte Mitarbeiter.

 

Wann stellen Unternehmen Patchworker ein?

 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade wenn neue Geschäftsfelder oder Produkte entstehen, Patchworker gefragt sind. Als kreative Denker, Organisatoren und Persönlichkeiten, die sich schnell in den Job hineinfinden können.

 

Welche Stärken hat ein Patchworker?

 

Die Bewerber sind häufig sehr flexibel und können gut mit neuen Situationen umgehen. Sie besitzen eine hohe Menschenkenntnis und bringen vielseitige Erfahrungen von ihren bisherigen Jobs mit.

 

Wie sollen sich die Personen am besten bei einem Arbeitgeber vorstellen?

 

Wichtig ist es, authentisch zu bleiben und seine Stärken hervorzuheben. Ein Patchwork-Lebenslauf hat meist einiges anzubieten. Schwierige Phasen sollten nicht verschwiegen, sondern positiv dargestellt werden. Die Bewerber müssen mehr Überzeugungsarbeit leisten, als andere mit geradlinigen Lebensläufen. Deshalb sollten sie sich auf mögliche Einwände vorbereiten und versuchen, diese im Gespräch zu entkräften.

 

Haben es Frauen da schwerer als Männer?

 

Für Frauen ist es häufig schwieriger eine Karriere durchzuziehen. Oft zeigen sie sich bei einem beruflichen Neuanfang flexibler als Männer. Sie sind offener für einen Wechsel oder Neuanfang.

 

Tipp: Lesen Sie auch „im Zickzack zum Traumjob“ – hier geht es zum Artikel

 

 

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Babsi sagt:

    Die Jobsuche wird leider immer schwieriger, Unternehmer verlangen immer mehr von den Bewerbern und dulden immer weniger Fehler, die Erfahrung habe ich zumindest gemacht. Grad wenn der Lebenslauf nicht auf die Stelle passt, hat man wenig Chance, liegt aber auch daran, dass sich heutzutage wahnsinnig viele Personen auf eine Stelle bewerben. Ich hoffe das ändert sich in Zukunft…

    1. Stimmt schon, mit ein bisschen Glück trifft man irgendwann den Personaler, der Quereinsteiger bevorzugt einstellt. Gibt es auch 😉 Viel Erfolg!

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