So wohnen digitale Nomaden

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Wie muss das Apartment eines digitalen Nomaden gestaltet sein, wenn er sich für mehrere Monate an einem Ort niederlässt? Was erwartet er auf Reisen und worauf kann er verzichten? BelForm, der Münchner Spezialist für temporäre Wohnformen und Micro-Living, hat in Kooperation mit dem Reiseblogger Matthias Derhake eine Umfrage unter 100 digitalen Nomaden durchgeführt, um diese Fragen zu klären.

WLAN gerne, aber nicht für Alexa und SmartHome

Befragt wurden „Digitale Nomaden“, also überwiegend junge Menschen im Alter zwischen 24 und 42 Jahren, die ihren Lebensunterhalt ausschließlich digital verdienen. Die Arbeit kann ortsunabhängig durchgeführt werden, solange eine Internetverbindung vorhanden ist. Entsprechend ist die Forderung nach freiem WLAN in den Apartments nicht verwunderlich. 96 Prozent der Befragten gaben dies als notwendig an, die restlichen vier Prozent immerhin als wünschenswert. Im gleichen Maße waren sich die Befragten der Studie aber auch darüber einig, dass sie auf intelligente Sprachsteuerungen, wie etwa Amazons Alexa, gut verzichten können. „Dieses Ergebnis hat uns doch einigermaßen erstaunt, da diese Systeme immer beliebter werden, besonders in der jüngeren und damit digital-affinen Zielgruppe“, so Benjamin Oeckl, Geschäftsführer von BelForm.

Eine ähnliche Einigkeit herrscht beim Thema SmartHome: Die große Mehrheit, also immerhin 76 Prozent, erachten SmartHome als überflüssig. Ähnlich sieht es beim SmartTV aus. „Wir führen dieses Ergebnis darauf zurück, dass die Befragten durch ihre ständig wechselnden Wohnorte ihr Nutzungsverhalten entsprechend angepasst haben, um unabhängig von den technischen Möglichkeiten vor Ort zu sein“, erklärt er dieses Ergebnis.

Ankommen und Wohlfühlen als digitaler Nomade

Dieses Ergebnis verdeutlicht aber auch eines: Digitale Nomaden wollen, ebenso wie andere Nachfragegruppen im Bereich des möblierten Wohnens, im Zuhause auf Zeit einziehen und direkt ankommen. Sie möchten sich nicht mit der Personalisierung ihres neuen Domizils beschäftigen. Der Umfrage zu Folge sprachen sich 64 Prozent dagegen aus, das Apartment auch etwa mit eigenen Bildern, Accessoires oder persönlichen Gegenständen ausstatten zu wollen. Wichtiger ist hingegen, dass das Design stimmt. Für knapp die Hälfte der Befragten ist außerdem die Kommunikation mit anderen Bewohnern in Gemeinschaftsräumen und der gebotene Service, wie Zimmer- oder Wäschereinigung wichtig.

Preis schlägt Lage: Zentrum ist kein Muss

Auch beim Thema Mobilität ticken die Digitalen Nomaden anders, als man es zunächst annehmen könnte. Ist in der Stadt eine gute Verkehrsanbindung gegeben, nehmen sie gerne eine etwas abgelegenere Wohnlage in Kauf, die unter Umständen auch günstiger im Preis ist. „Diese Zielgruppe ist mobil und daran gewöhnt, sich in fremden Städten zu orientieren und mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen. In ihrem Alltag spielt die Mobilität zwar eine große Rolle, jedoch nicht die mit dem Auto“, betont er. Diesen Eindruck bestätigt auch die Umfrage: Die wenigsten halten Car-Sharing für notwendig. Die Möglichkeit sich vor Ort ein Fahrrad zu leihen, um sich damit in der Stadt fortzubewegen, wird dagegen überwiegend positiv bewertet.

Infografik BelForm Digitale Nomaden (PDF) >>

Studie digitale Wohnformen

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