Sterzing

Kaiser und Könige, Händler und Wanderer – die Stadt Sterzing und der benachbarte Kurort Gossensass sind schon seit hunderten von Jahren Orte zum Ankommen, Verschnaufen und Weiterreisen, über den Brenner in Richtung Norden und durch das Eisacktal weiter in den Süden.

Sterzing
Die Altstadt von Sterzing, Foto: Evelyn Steinbach

Die bewegte Geschichte beider Orte findet sich in Gebäuden, der Natur und auch in der Kulinarik wider. Hier hat alles eine Geschichte, alles eine Tradition. Sterzing und Gossensass haben nicht nur eine lange Geschichte als Handels- und Kurort, sondern sind auch ein echter Geheimtipp als Sportdestination. Am Anfang des Südtiroler Wipptals ist Gemütlichkeit und Ursprünglichkeit die oberste aller Devisen. Familienurlauber in Sterzing und Gossensass steigen gemütlich in die entspannte Vielfalt dieser charmanten Orte ein – sei es beim Wandern, beim Radfahren oder bei einem gemütlichen, typisch italienischen Aperitif nach dem Tagesprogramm. Südlich des Brenners ist das Genießen nämlich eine ebenso lange Gepflogenheit wie das Aktivsein in der alpinen Natur.

Sterzing ist das, was man wohl ein verstecktes Juwel nennen kann. Ausgezeichnet durch ein mittelalterliches Handelsprivileg begann der Ort am Südhang der wichtigen Brennerroute als pittoreskes Fugger-Städtchen aufzustreben.

 

 

Sterzing
Historische Häuser in der Altstadt von Sterzing, Foto: Evelyn Steinbach

Diese Bezeichnung leitet sich von der bekannten Handelsfamilie Fugger ab, die in Sterzing eine Niederlassung hatte. Als nämlich um 1400 im Wipptal der Bergbau einsetzte, wählten viele Unternehmer die Stadt als Firmensitz. Sie gestalteten ihre Häuser im Stil der Patrizier neu und überbauten die ältere Bausubstanz in opulenter Formsprache, die man heute noch sieht. Auf diese Gründerzeit gehen die charakteristischen Bauten der Stadt zurück, die dem Ortsbild einen individuellen und charmanten Charakter geben. Führungen durch die Burg Reifenstein südwestlich von Sterzing entführen ebenfalls in längst vergangene Zeiten. Die alten Gemäuer lassen einen erahnen, wie das Leben hier vor vielen Jahrhunderten war.

Ein Spaziergang zur Burgruine Straßberg bei Gossensass, die bereits 1280 erstmals erwähnte wurde, verspricht auch eine spannende Reise in die Vergangenheit. Gossensass selbst blickt auf eine mondäne Geschichte als Nobelkurort zurück. Mit dem Bau der Eisenbahn über den Brenner Ende des 19. Jahrhunderts begann neben Meran auch der Aufschwung Gossensass als Kurort für die Reichen und Schönen. Im Brennerbad, nördlich von Gossensass fand man warme Thermalwasserquellen, die Zachariasquellen. In Gossensass wurden Nobelhotels wie das Grandhotel Gröbner und das Palasthotel gebaut.

 

Geschichte aus der umliegenden Natur von Sterzing
Aber nicht nur die beiden Orte Sterzing und Gossensass selbst, sondern auch die umliegende Natur gibt tiefe Einblicke in die bewegte Geschichte der Zentralalpen. Deshalb wird unter dem diesjährigen Themenschwerpunkt „Südtirol Balance“ ein besonderes Programm veranstaltet, das sich sanfter Aktivität, dem In-Sich-Kehren und dem Naturgenuss widmet. Bei dem vielfältigen Sommerangebot im 2/3 Rahmen der Südtiroler Balance Wochen tanken Gäste an Kraftplätzen auf, die Einheimische schon seit Jahrtausenden aufsuchen: jeden Dienstag wird den Gästen eine Meditationswanderung mit einer Biogenetikerin zu der Kraftquelle Moaßl Wasserfall angeboten, aber auch Heilkräuterwanderungen auf den Freizeitberg Rosskopf und Entspannungswanderungen auf die Sterzinger Sonnenterrasse bieten wertvolle Erholungsmomente an.

 

Neue Kraft schöpfen, die alpine Urgewalt erleben

Der Alltag bleibt auf den Wegen in den Gebieten des Freizeitbergs Rosskopf und der Bergbahnen Ladurns eine leise Erinnerung. Auf dem knapp 23 Kilometer langen Dolomieu-Weg wandert man von der Bergstation des Rosskopfes auf 1.860 m bis zur Bergstation des Sesselliftes Ladurns auf 1.770 m in den Talschluss des Pflerschtales. Bunte Bergblumen, wilde Tiere und die besondere Geologie bei Sterzing und Gossensass faszinieren – hier entdeckte der Geologe Deodat de Dolomieu am Fuße des Tribulauns erstmals das Dolomitengestein. Die alten Militärstraßen in diesem Gebiet wiederum werden heute von Bikern als Trails frequentiert. Die große Grenzkammrunde am Brenner auf über 48 km und 1.391 Höhenmetern ist ein absolutes Highlight im Sommerkalender von Moutainbikern aus Nah und Fern.

 

Kraftnahrung
Leckere Schmankerl in der Edelweißhütte, Foto: Evelyn Steinbach
Leckere Schmankerl in der Edelweisshütte, Foto: Evelyn Steinbach

In der Region verwöhnen Almen und Hütten wie die Ochsenalm, das Sterzingerhaus oder die Edelweisshütte Ausflügler mit regionalen Schmankerln und kühlen Erfrischungen. Die Valleming Alm, ein idyllisches, von Ende Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftetes Almendorf, ist Teil des Dolomieu Weges und bietet sich für eine gemütliche Rast an. Nach einer schmackhaften „Marend“, eine Südtiroler Jause natürlich samt regionalem Graukäse, einer Südtiroler Spezialität, laden umliegende Wiesen zum Sonnenbaden und Krafttanken ein.