Wenn das Zuhause die Welt ist: Wohnen als digitaler Nomade (Teil 1)

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Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Die Vorstellung klingt verlockend und bewegt jedes Jahr tausende Menschen auszuwandern. Doch statt die neue Heimat an einem festen Wohnort auf Mallorca oder in Thailand zu suchen, sind so genannte „digitale Nomaden“ an wechselnden Orten der Welt zuhause. Für den Job brauchen sie nur einen Laptop und schnelles Internet. Für die Unterkunft aber eine voll ausgestattete Wohnung.

Felicias Lebensmittelpunkt war bis vor ein paar Jahren noch Berlin. Heute sind ihre „home bases“, wie sie ihre verschiedenen Zuhause nennt, in Brasilien, Thailand oder auch mal in Griechenland. Seit 2012 ist die 34-Jährige mit Freund Markus unterwegs, beide haben früher in der Start-up Szene gearbeitet. „Wir kannten uns mit Traffic und Webseiten schon sehr gut aus“, sagt Felicia. „Und wir hatten Bock, uns selbstständig zu machen.“ Die beiden gründeten eine Community für digitale Nomaden, starteten eigene Blogs und Podcasts für Gleichgesinnte.

„Wenn du ein Online-Business hast, dann verschwimmt leben und arbeiten sowieso“, sagt sie. Im September fahren sie nach Lissabon zur eigenen Nomaden-Konferenz, den Rest des Jahres verbringen sie in Brasilien. „Hier mieten wir immer bei derselben Vermieterin“, erzählt Felicia. Die Wohnung sei sauber und vollständig eingerichtet.

Wohnung muss eine Küche haben

„Wie der Tisch aussieht oder welche Bilder an der Wand hängen, ist mir eigentlich egal“, sagt die digitale Nomadin. Wichtig sei die Küche, sie ernährt sich vegan. Auch eine Waschmaschine ist Pflicht sowie schnelles Internet, darum kümmern sie sich vor Ort meist selbst.

„Man darf das Leben nicht verwechseln mit einem Backpacker oder einem Touristen“, sagt Felicia. Die beiden führen auch in der Ferne ein „ganz normales Leben“. Etwa 700 bis 800 Euro geben sie im Monat für die Miete aus. Sollte die Wohnung mal teurer sein, vermieten sie ein Zimmer an einen weiteren digitalen Nomaden.

Digitale Nomaden: Zuhause ist fast überall

„Das Gefühl von zu Hause kann ich überall einstellen“, erzählt sie. „Denn es hat nichts mit dem äußeren zu tun, sondern ist ein Gefühl von innen.“ Vorraussetzungen an den Wohnort gibt es aber doch: „Es sollte warm sein und die Möglichkeit zum Kitesurfen geben“, sagt sie. „Das können gern kleine und ruhigere Orte und Inseln sein. Aber möglichst keine Stadt.“

 

Link-Tipps zum Weiterlesen

Blog: travelicia.de

Infos für Digitale Nomaden: digitalenomaden.net

Digitale Nomaden-Konferenz: dnx-berlin.de

 

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