Mehrgenerationen-Haushalte werden weniger: Rückgang um 40 Prozent

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Die Zahl der Haushalte mit drei oder mehr Generationen ist in Deutschland zwischen 1995 und 2015 deutlich zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt gestern auf der Pressekonferenz in Berlin mit. Hier geht es zu den neuesten Zahlen des Mikrozensus.

„Mehrgenerationen-Haushalte werden insgesamt immer seltener“, sagte Dieter Sarreither, Präsident des Statistischen Bundesamtes (Destatis). In den letzten zehn Jahren sank die Zahl der Haushalte, in denen die mittlere Generation mit ledigen Kindern lebte, von 12,8 Millionen auf 11,0 Millionen. In 266 000 Haushalten lebte im Jahr 2015 die mittlere Generation mit den Eltern zusammen. Vor 20 Jahren waren es noch 324 000 gewesen.

Ausgangspunkt dieser Ergebnisse aus dem Mikrozensus 2015 ist das Zusammenleben einer mittleren Generation mit ledigen Kindern und/oder Eltern in einem Haushalt mit gemeinsamer Haushaltskasse. Fälle, in denen jede Generation in einem eigenen Haushalt wohnt – entweder im gleichen Haus oder in räumlicher Entfernung, können dagegen nicht abgebildet werden.

Anhand von Steckbriefen zu typischen Generationen übergreifenden Haushaltskonstellationen präsentierte er ausgewählte Charakteristika wie die durchschnittliche Anzahl der Haushaltsmitglieder und deren Durchschnittsalter.

Weitere Ergebnisse aus dem Mikrozensus bezogen auf die Mehrgenerationen-Haushalte waren:

  • Generationenübergreifendes Zusammenleben und Wirtschaften in einem Haushalt findet hauptsächlich in Familien mit Kindern statt.
  • 26,9 Prozent aller Haushalte in Deutschland sind Zweigenerationenhaushalte, in denen Familien leben.
  • In Zweigenerationenhaushalten, in denen die mittlere Generation mit Kindern zusammenlebt, sind drei Viertel der Frauen nicht erwerbstätig oder arbeiten in Teilzeit. Dies trifft zusammen genommen nur auf gut jeden fünften Mann zu.
  • Mit der Betreuung von Kindern im Haushalt werden durchschnittlich 103 Minuten pro Tag verbracht.
  • In 0,5 Prozent aller Haushalte in Deutschland leben und wirtschaften drei oder mehr Generationen. Die Erwerbssituation der mittleren Generation in diesen Haushalten ähnelt der Erwerbssituation in Zweigenerationenhaushalten mit Kindern. Es lässt sich nicht per se eine höhere Belastung der mittleren Generation durch die Eltern feststellen. Auffallend ist zwar der etwas höhere Anteil der nicht erwerbstätigen Frauen. Gleichzeitig geht aber ein etwas höherer Anteil der Frauen einer Vollzeiterwerbstätigkeit nach.
  • In Zweigenerationenhaushalten aus mittlerer und älterer Generation lebt zu 62,8 Prozent nur ein Elternteil mit im Haushalt.

 

 

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