Ein eigenes Refugium im Grünen – wer träumt nicht davon? Praktisch und wohnlich zugleich sind Gartenhäuser. Als zweites Wohnzimmer, ruhiges Homeoffice oder Hobbywerkstatt: Es gibt unzählige Nutzungsideen für so ein Minihaus. Ein paar Tipps zur Planung.
Ein Gartenhaus ist das ganze Jahr über nützlich: Im Winter als Stauraum für Rasenmäher, Gartenmöbel und Fahrräder. Im Sommer als Rückzugsort im Grünen, wo Sie jederzeit entspannen, arbeiten und Gäste empfangen können. Zudem kann so ein Zweithaus ihre Grünfläche bereichern und ihr Struktur geben.
Gartenhaus: romantische Laube oder großzügiges Freizeithaus?

Das klassische Gartenhaus mit schmaler Eingangstür, quadratischen Sprossenfenstern und gedecktem Satteldach kennt jeder. Es wird häufig als naturfarbenes Blockbohlenhaus oder als rotes, weißes oder blaues Schwedenhaus für den Garten angeboten. Daneben sind viele neue
Bauformen und Ausstattungen auf dem Markt: etwa extravagante Designhäuser mit runden Fenstern und Pultdach mit Oberlichtern oder kubische Loungehäuser mit bodentiefen Fenstern und Flachdach. Große Gartenhäuser mit zwei Räumen und mehr ähneln einem Wochenendhaus. Eine überdachte Veranda oder Terrasse bieten auch einen geschützten Unterschlupf im Freien. Manchmal ist auch eine Sauna integriert.
Bevor Sie sich für eine Variante entscheiden, überlegen Sie, ob sich das Gartenhaus mit dem Wohnhaus stilistisch ergänzen soll oder ob Sie bewusst eine Abgrenzung schaffen wollen. Entscheiden Sie, ob es sich harmonisch in Ihre Gartengestaltung einfügen oder alle Blicke auf sich ziehen soll. Neben dem Design trägt auch die Größe des Gartenhauses dazu bei. Prüfen Sie, wieviel Platz Sie in Ihrem Garten dauerhaft bereitstellen können.
Ein kleines Gerätehaus benötigt oft nur eine Grundfläche von zwei bis fünf Quadratmetern, für mehr Komfort sollten Sie mindestens neun Quadratmeter einplanen. Wenn Sie das Haus nicht nur als Gerätelager nutzen möchten, sollte es groß genug sein, um einen Stauraum und ein Wohnzimmer einzurichten. Am besten trennen Sie beide Bereiche optisch voneinander, wenn nur ein großer Raum vorhanden ist. Oder Sie lagern nur im Winter Ihre Gartenwerkzeuge, Fahrräder & Co. im Haus und gestalten es im Sommer als Gartenlounge, Mini-Büro oder Gästezimmer. Sollen Pflanzen im Gartenhaus überwintern, sind große Fenster sowie ein heller Standort ideal. Eine Glasfront lässt zudem kleine Räume größer erscheinen, da Sie einen schönen Weitblick genießen.
Gartenhaus aus Metall, Kunststoff oder Holz?

Die meisten Gartenhäuser bestehen nach wie vor aus Holz. Naturfarbenes Holz passt in jede Gartenlandschaft, während die Alternativen – Kunststoff und Metall – eine bewusste Alleinstellung schaffen. Häufig werden Geräteschuppen aus Metall (Stahl und Aluminium) gefertigt, da sie sehr robust sind und jeder Witterung standhalten. Eine Wartung, ausgenommen vom Nachölen der Türen, ist selten notwendig. Etwas leichter vom Material, aber ebenso einfach aufgebaut und zu pflegen, ist Kunststoff. Gute Kunststoffhäuser sind wetter- und UV-beständig. Achten Sie darauf, dass der Hersteller recycelbaren Kunststoff verwendet. So muss kein neues Erdöl für das Material verbraucht werden.
Für die Holzhäuser werden Fichte, Kiefer und Tanne eingesetzt. Besonders beliebt sind nordeuropäische Hölzer. Das kühlere Wetter und die kürzere Vegetationszeit wirken sich positiv auf die Holzeigenschaften aus. Das Holz wächst langsamer und ist dadurch härter und widerstandsfähiger als im Süden Europas. Natürlich kann man ein Gartenhaus auch aus Eiche und Buche bauen, die mindestens genauso widerstandsfähig sind. Allerdings sind diese Holzarten deutlich teurer.
Je dicker die Wandstärke, desto stabiler und gedämmter ist das Haus. Zum Vergleich: Bei einem Gerätehaus reicht eine Wandstärke von 19 Millimetern. Soll ein Freizeithaus oder Arbeitsplatz entstehen, ist eine Wandstärke ab 40 Millimetern empfehlenswert. Bei einem Wochenend- oder Gästehaus halten mindestens 70 Millimeter den Raum warm. Wenn Sie Ihr Gartenhaus ganzjährig wohnlich nutzen wollen, sind doppeltverglaste Fenster ratsam. Eine einfache Verglasung spendet zwar genauso viel Licht, lässt aber mehr Kälte durch.
Beim Gartenhaus Bauvorschriften der Gemeinde beachten
Bevor Sie Ihr Traumhaus bestellen, sollten Sie auch einen Blick auf die baurechtlichen Vorschriften in Ihrer Gemeinde werfen. Meistens wird für eine Gartenlaube bis 30 Quadratmeter Grundfläche und einer Firsthöhe von maximal drei Metern keine Baugenehmigung benötigt. In Bayern sind sogar Bauten bis zu 75 Kubikmetern umbauten Raumes genehmigungsfrei. Allerdings nur, wenn sie nicht im Außenbereich stehen, sondern innerhalb einer bebauten Ortschaft errichtet werden (nachzulesen im Art. 57 der Bayerischen Bauordnung). Der Abstand zum Grundstück des Nachbarn muss mindestens drei Meter betragen. Ausnahmen sind von Gemeinde zu Gemeinde möglich.
Ihre Baubehörde teilt Ihnen auch mit, für welche Schneelast das Dach Ihres Gartenhauses gerüstet sein sollte. Eventuell müssen Sie den Dachaufbau und die Eindeckung verstärken. Statt der mitgelieferten Dachpappe können Bitumenschindeln oder Dachziegel besser geeignet sein.
Eigener Aufbau oder Montage-Service
Sind die rechtlichen Fragen geklärt, wird der genaue Stellplatz festgelegt. Das Haus sollte gut zu erreichen sein, aber etwas abseits vom Wohngebäude stehen. Hinter einer Hecke ist es geschützt vor neugierigen Blicken, umgeben von Bäumen fühlt sich der Aufenthalt an wie im Wald. Spielen Kinder im Gartenhaus, sollten Sie es von Ihrer Wohnung beobachten können.
Wenn kein asphaltierter oder gepflasterten Untergrund vorhanden ist, sorgt ein Fundament für den sicheren Stand. Eine gegossene Betonplatte, ein Streifenfundament, eine Fläche aus Gehwegpatten oder ein Punktfundament sind je nach Herstellerangabe vorzubereiten. Wichtig ist, dass das Fundament absolut eben ist. Hierauf stützt sich der Aufbau der gesamten Konstruktion. Einige Hersteller bieten ihre Gartenhäuser im Bausatz an, d. h. vorgefertigte Bauelementen werden nach Anleitung zusammengesteckt und verschraubt. Blockbohlen verbindet man im Nut- und Federsystem, sie sind an der Kopfseite eingekerbt. Spezielles Werkzeug ist für den Aufbau nicht notwendig, sodass geübte Heimwerker das Haus selbst aufbauen können. Alternativ bieten viele Hersteller einen Montage-Service an.
